Glossar

Asexualität, asexuell
Asexuelle Frauen und Männer verspüren keine Lust auf Sex oder körperliche Nähe. Sie können jedoch eine emotionale Anziehung und geistige Nähe zu anderen Menschen verspüren und sich verlieben.

BDSM
Die Abkürzung steht für Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission und Sadismus & Masochismus.

Bisexualität, bisexuell
Bisexuelle Menschen fühlen sich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hingezogen. Dabei geht es nicht darum, mehrere Partner*Innen zu haben und auch nicht darum, zwingend Beziehungen mit beiden Geschlechtern zu benötigen. Vielmehr spielt es bei der Zuneigung keine Rolle, ob es sich bei der Person um eine Frau oder einen Mann handelt. Weitere Informationen findet ihr auf dem Blog Bisexualitaet.org.

Bondage
Der Begriff Bondage bezeichnet Praktiken der Fesselung zur sexuellen Stimulation. Der*Diejenige, der*die sich fesseln lässt, gibt die Kontrolle an den*die aktiv Fesselnde*n ab. Zum Fesseln werden meistens Seile oder Handschellen verwendet.

Christopher Street Day, CSD
Der Ursprung des CSD liegt in der Christopher Street in Manhattan, New York. Hier wehrten sich die Besucher der Schwulenbar „The Stonewall“ 1969 gegen eine gewalttätige Razzia der Polizei. Seitdem wird jährlich in vielen Städten weltweit der Christopher Street Day gefeiert, um für die Rechte von Homo-, Bi-, Intersexuellen und Trans*-Menschen einzustehen. Vielerorts ist dieser Tag auch als Pride bekannt.

Cisgender, Cis-Mann, Cis-Frau
Mit der Vorslibe „Cis“ (wörtlich: diesseits) wird eine Person bezeichnet, deren soziales (Gender) und biologisches (Sex) Geschlecht übereinstimmen. Diese Bezeichnung wird verwendet, um die Begriffe Mann und Frau zu erweitern. Es soll damit darauf aufmerksam gemacht werden, dass Cis-Menschen nicht die Norm sind, von der Trans*-Menschen abweichen. Stattdessen sind Cis-Männer und –Frauen genauso wie Transmänner und –frauen gleichberechtigte Teilgruppen.
Ähnliche Bezeichnungen: Bio-Mann, Bio-Frau

Coming-out, sich outen, Outing
Als Coming-out wird der Prozess bezeichnet sich innerlich und äußerlich zu seiner sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität zu bekennen. Der Begriff leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet wörtlich „herauskommen“. Die Phase des Coming-outs ist häufig schwierig und beinhaltet auch sich seiner Identität bewusst zu werden (Inneres Coming-out).

Dragqueen, Dragking
Als Dragking wird eine Frau verstanden, die sich temporär als Mann verkleidet und in eine Rolle schlüpft. Dragqueens sind dagegen Männer, die vorrübergehend als Frauen auftreten. Dabei wird oft bewusst überspitzt und mit Stereotypen gespielt.

Fetisch, Fetischismus, Fetischist*In
Als Fetischist*Innen werden Menschen mit sexuellen Vorlieben in Bezug auf bestimmte Gegenstände bzw. Materialien (z. B. Schuhe, Uniformen, Lack, Leder, Gummi, Piercings) oder Körperteile (z. B. Füße, Pobacken, Busen, Haare, Achseln, Ohren) bezeichnet. Die Fetische sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt und können daher nicht verallgemeinert werden. Wie umfangreich die Möglichkeiten im Bereich Fetischismus sind zeigt dieses Informationsportal.

Gender
Um zu verstehen was Gender ist, muss zunächst einmal der Begriff Geschlecht erklärt werden. Geschlecht wird zwar mit körperlichen Merkmalen in Verbindung gebracht, jedoch häufig zur Unterscheidung in soziale Kategorien genutzt. Um eine genauere Differenzierung zwischen den sozialen Kategorien und den biologischen Merkmalen zu schaffen, wurde im englischsprachigen Raum die Unterscheidung zwischen „sex“ und „gender“ eingeführt. Weiterlesen…

Gender Equality
Der Begriff Gender Equality bezieht sich auf die Forderung, dass beide Geschlechter gleichberechtigt behandelt werden sollen.
Das World Economic Forum (WEF) veröffentlicht jährlich einen Gender Gap Report. Darin wird beschrieben, wie sich die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter in den Ländern der Welt unterscheidet. Anhand verschiedener Kriterien wird versucht, die Gender Equality zu messen. Diese Kriterien sind Bildung, wirtschaftliche und politische Partizipation sowie Gesundheit der Frauen.

Gender Gap
Der Gender Gap (engl. Geschlechterzwischenraum), wie in dem Wort Freund_innen, verweist darauf, dass es neben den Geschlechtern männlich und weiblich, auch verschiedene Ausprägungen dazwischen gibt. Die Darstellungsform mittels Unterstrich (_) soll dies veranschaulichen. Siehe auch Sternchen (*).
Ähnliche Schreibweisen: Gender_Gap, Gendergap, Gap

Gender-, Gay-, Trans-Bashing
Bashing ist Englisch und bedeutet Beschimpfung. Unter Gay (schwul)- und Trans-Bashing wird der Gebrauch von Begriffen wie „schwul“, „Schwuchtel“ oder „Tunte“ als Schimpfwörter verstanden. Analog dazu wird der Ausdruck „Du Mädchen!“, um zum Beispiel eine Person als schwach zu bezeichnen, als Gender-Bashing benannt.

Gruppensex
Als Gruppensex wird der Sex von drei oder mehr Personen gleichzeitig verstanden. Dabei gibt es verschiedene Konstellationen: handelt es sich um genau drei Personen wird der Begriff (flotter) Dreier verwendet; sind mehrere aktive Personen und nur eine oder wenige passive bzw. devote (unterwürfige) Personen beteiligt, wird von einem Gang Bang gesprochen; sind generell sehr viele Menschen beteiligt handelt es sich um eine Orgie.

Heterosexualität, heterosexuell
Heterosexuelle Menschen fühlen sich ausschließlich zu Personen hingezogen, die nicht dem gleichen Geschlecht angehören. Genauer gesagt ist eine Frau, die nur auf Männer steht heterosexuell, ebenso ein Mann, der nur auf Frauen steht.

Homophobie
Das Wort Phobie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Angst bzw. Furcht. Dementsprechend handelt es sich bei der Homophobie um starke Aversionen bzw. Feindseligkeiten gegenüber Schwulen und Lesben. Die Transphobie ist eine Erweiterung des oben geschilderten Phänomens, das sich gegen transidente und transsexuelle Personen richtet.

Homosexualität, homosexuell
Homosexuelle Menschen fühlen sich ausschließlich zu Personen des gleichen Geschlechts hingezogen. Männer, die nur auf Männer stehen sind homosexuell (Schwule), ebenso Frauen, die nur auf Frauen stehen (Lesben).

IDAHOT
Ist eine Abkürzung für „Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie“ und wird jährlich am 17.05. gefeiert. Dieser Tag verweist auf das Datum, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1990 Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel strich. Damit war Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit eingestuft. In vielen Ländern finden an diesem Tag Demos und Kundgebungen statt. Weitere Infos findet ihr auf dieser Seite.

Intersexualität, intersexuell
Intersexuelle Menschen weisen biologische Merkmale sowohl des männlichen als auch des weiblichen Geschlechts auf. Seit Geburt an sind sie hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen als auch der Hormonproduktion beiden Geschlechtern zuzuordnen. Mehr Informationen zu diesem Thema und Biographien von intersexuellen Menschen findet ihr auf der Seite intersexuelle-menschen.org.

Lesbe, lesbisch
Homosexuelle Frauen stehen ausschließlich auf Frauen und werden als „Lesben“ bezeichnet bzw. sind lesbisch.

LGBTIQ*
Englische Abkürzung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, intersexuelle und queere Menschen (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*, Intersexual, Queer).
Ähnliche Schreibweisen: LGBTTI (Lesbian, Gay, Bi-, Transsexual, Transgender, Intersexual), LGBT (Lesbian, Gay, Bi-, Transsexual), GLBT, LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi-, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle, queere Menschen).

Mardi Gras
Mardi Gras ist ein anderer Name für den Faschingsdienstag, der in vielen Ländern mit Paraden und Kostümen gefeiert wird. In manchen Städten, vor allem in New Orleans und Sydney, ist dieser Tag als queeres Festival bekannt, ähnlich wie der Christopher Street Day.

Neutrois
Menschen, die sich als neutrois bezeichnen, identifizieren sich mit keinem Geschlecht. Sie sehen sich selbst weder als weiblich noch als männlich.

Pansexualität, pansexuell
Pansexuelle Menschen fühlen sich zu anderen Menschen – unabhängig von deren biologischem oder sozialem Geschlecht – hingezogen. Im Unterschied zu Bisexuellen ist bei der Partner*Innen-Wahl keine Übereinstimmung des biologischen mit dem sozialen Geschlecht notwendig, es sind also beispielsweise auch transsexuelle Menschen von Interesse.

Polyamory, polyamourös
Polyamouröse Menschen führen Beziehungen mit mehreren Menschen gleichzeitig – im Wissen und Einverständnis aller Beteiligter. Es handelt sich also um einen Gegenentwurf zur monogamen Beziehung, bei der genau eine Person mit genau einer anderen eine Beziehung eingeht. Der Begriff Polyamory ist allerdings nicht gleichzusetzen mit Polygamie, da es sich bei letzterem um eine Vielehe handelt, hier also institutionelle Regelungen eine Rolle spielen.

Pride
In vielen Städten weltweit ist der Christopher Street Day auch unter dem Namen Pride bekannt. Mit großen Paraden wird an diesem Tag für die Rechte von Homo-, Bi-, Intersexuellen und Trans*-Menschen demonstriert.

Prostitution
Die früher als Gewerbsunzucht titulierte Prostitution bezeichnet die gewerbsmäßige Ausübung sexueller Handlungen. Als Synonym wird heute auch der Begriff der Sexarbeit gebraucht. Erfolgt die Sexarbeit nicht freiwillig, sondern unter Zwang, wird von Zwangsprostitution gesprochen.

Queer
Der Begriff „queer“ kritisiert die Haltung, die die Gesellschaft gegenüber Sexualität, Geschlecht und weiteren Bereichen des Lebens hat. Kritik wird an der gesellschaftlichen Norm geübt, weil Heterosexualität als die „richtige“ Sexualität oder männlich und weiblich als die einzigen Geschlechter normalisiert werden. Dadurch werden Heterosexuelle gegenüber Nicht-Heterosexuellen privilegiert. Weiterlesen…

Regenbogenfahne
Die Regenbogenfahne hat unterschiedliche Bedeutungen. Für die queere Gemeinschaft ist sie aber vor allem bedeutsam als Symbol der Vielfalt und generell der Lesben- und Schwulenbewegung. Die sechs Farben (von oben nach unten in Streifen angeordnet und jeweils mit einer symbolischen Bedeutung versehen) sind Rot (Leben), Orange (Gesundheit), Gelb (Sonnenlicht), Grün (Natur), Königsblau (Harmonie) und Violett (Geist). Auf der ursprünglichen Fahne gab es noch zwei weitere Farbstreifen, nämlich Fuchsia (Sexualität) und Türkis (Kunst), welche allerdings aus praktischen Gründen entfernt wurden (Fuchsia konnte als Farbe zu früheren Zeiten nicht hergestellt werden und Türkis musste weichen, um eine gerade Anzahl an Streifen für verschiedene Zwecke zu erhalten).

Regenbogenfamilie
Als Regenbogenfamilie wird ein gleichgeschlechtliches Paar bezeichnet, sprich zwei Frauen oder zwei Männer, die als Familie mit einem oder mehreren Kindern zusammenleben. Bei der Adoption von Kindern gibt es jedoch einige Schwierigkeiten. Da homosexuelle Paare nicht heiraten können, dürfen sie nur als Einzelperson ein Kind adoptieren. Außerdem ist eine sogenannte „Stiefkindadoption“ möglich. Das bedeutet, dass eine*r der Partner*Innen das leibliche Kind des*der Partners*In adoptiert.
Regenbogenfamilien werden rechtlich nicht als vollwertige Familie angesehen. Finanziell haben sie beispielsweise nicht dieselben Vorteile, wie zweigeschlechtlich verheiratete Paare. Sie bekommen keine steuerlichen Vorteile und auch keine gemeinsame Veranlagung beim Kindergartengeld.

Schwuler, schwul
Homosexuelle Männer stehen ausschließlich auf Männer und werden als „Schwule“ bezeichnet bzw. sind schwul.

Sadomasochismus, SM
SM steht für Sadismus & Masochismus, kurz: Sadomasochismus. Der Begriff bezeichnet die sexuelle Stimulation durch das Zufügen oder das Erleben von Schmerzen. Die gewaltvolle Ausübung von Macht oder die Unterwerfung werden als sexuell erregend erlebt.

Sextourismus
Unter Sextourismus werden Reisen verstanden, die primär den sexuellen Kontakt zu den Einheimischen der besuchten Länder intendieren.

Sternchen (*)
Das Sternchen hinter vielen Begriffen dient als Sammel- und Erweiterungszeichen. Hinter Begriffen wie beispielweise Trans* stecken Menschen, die sich der Oberkategorie „Trans“ zugehörig fühlen, aber doch alle verschieden sind. Das Sternchen hinter Begriffen wie beispielsweise Freund*Innen erkennt an, dass es neben männlichen Freunden oder weiblichen Freundinnen auch befreundete Personen gibt, die sich keinem Geschlecht zuordnen. Siehe auch Gender Gap.

Trans*
Trans* (wörtlich: jenseits) wird als Sammelbegriff für Transsexuelle, Transgender und transidente Menschen verwendet. Gemeinsam ist diesen Personen, dass sie sich nicht (nur) mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren. Gleichzeitig umfasst der Begriff sehr verschiedene Menschen, deren Lebenswege, Ziele und Probleme sich deutlich unterscheiden können.

Transgender
Transgender bezeichnet die Menschen, deren zugewiesene Geschlechterrolle (Gender) mit ihrem biologischen Geschlecht (Sex) nicht übereinstimmt. Manche Transgender lehnen für sich eine Zuweisung zu einer Geschlechterkategorie ab und bezeichnen sich daher weder als Mann noch als Frau. Inwieweit Transgender medizinische geschlechtsangleichende Maßnahmen anstreben ist sehr verschieden. Mann-zu-Frau Transgender werden häufig als Transfrau bezeichnet, Frau-zu-Mann als Transmann. Auch Menschen, die nur temporär Geschlechtergrenzen überschreiten, können mit der Bezeichnung Transgender gemeint sein. Allerdings nur, wenn dies nicht ausschließlich in Form von Kunst oder für Auftritte geschieht.

Transidentität, transident
Der Begriff transident wird häufig synonym für das Wort transsexuell verwendet. In Abgrenzung dazu wird jedoch betont, dass es sich nicht um eine Form der sexuellen Orientierung oder sexuellen Praktik handelt, sondern um eine Frage der geschlechtlichen Identität. Deswegen wird statt „sexuell“ die Bezeichnung „ident“ benutzt.

Transphobie
Das Wort Phobie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Angst bzw. Furcht. Dementsprechend handelt es sich bei der Homophobie um starke Aversionen bzw. Feindseligkeiten gegenüber Schwulen und Lesben. Die Transphobie ist eine Erweiterung des oben geschilderten Phänomens, das sich gegen transidente und transsexuelle Personen richtet.

Transsexualität, transsexuell, Transfrau, Transmann
Transsexuell sind Menschen, deren körperliches Geschlecht nicht mit der geschlechtlichen Zugehörigkeitsempfindung übereinstimmt. Der Leidensdruck, der durch diese Diskrepanz entsteht, ist oft so hoch, dass Personen als Mitglieder des empfundenen Geschlechts leben und/oder ihren Körper durch hormonelle und operative Behandlung angleichen. Mann-zu-Frau-Transsexuelle werden häufig als Transfrau bezeichnet, Frau-zu-Mann als Transmann.

Travestie, Transvestit*In
Travestie ist eine Kunstform, bei der eine Person in der Kleidung des anderen Geschlechts, größtenteils zur Unterhaltung, auftritt. Diese Form der Kunst ist unabhängig von der sexuellen Orientierung. Transvestit*Innen werden umgangssprachlich und manchmal abfällig als „Transe“ bezeichnet.

Literaturhinweise:

  • BAURIEDL, S., SCHIER, M. und A. STRÜVER (Hrsg.) (2010): Geschlechterverhältnisse, Raumstrukturen, Ortsbeziehungen. Forum Frauen- und Geschlechterforschung, 27. Münster.
  • BROWNE, K. (2006): Challenging Queer Geographies. Oxford & Malden.
  • CONNELL, R. (2013): Gender. Wiesbaden.
  • GREEN, A. I. (2002): Gay but not queer: Toward a post-queer study of sexuality. In: Theory and Society 31: 521-545.
  • OSWIN, N. (2008): Critical geographies and the uses of sexuality: deconstructing queer space. In: Progress in Human Geography 32 (1) (2008): 89-103.
  • WASTL-WALTER, D. (2010): Gender Geographien. Geschlecht und Raum als soziale Konstruktion. Sozialgeographie kompakt, 2. Stuttgart.

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